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Viele Grüße! Constanze

Donnerstag, 31. Mai 2007

Praktikum mal "praktisch": Chemieanlage anschauen

Heute haben wir Praktikanten eine supercoole Fuehrung durch eine Anlage hier auf dem Gelaende gemacht. Das Satellitenbild gibt's hier.
Holger macht einen Teil seines Praktikums in einem Labor und verbessert einen Prozess der Acrolein Anlage. Er hat die Leute in der Anlage gefragt, ob sie uns mal rumfuehren wuerden und das haben die auch gern gemacht. Erst ging's durch die Labore und Leitwarte und dann sind wir mit Sicherheitsschuhen, Helm und Schutzbrille draussen in der Anlage rumgeklettert und haben uns den Reaktor und die Kolonnen mal aus der Naehe angeschaut.
German Engineering! Der Reaktor ist aus Deggendorf, die Waermetauscher auch speziell aus Deutschland geliefert, weil diese Sorte in den USA niemand herstellt und sogar der Schornstein ist aus einer alten Degussa Anlage aus Deutschland.
War echt interessant mal wieder die "Praxis" zu sehen, ich hab hier ja einen reinen Buerojob. Und ich bin immer wieder erstaut, mit wie wenig Leute so eine grosse Anlage gefahren wird.

Heimweh

Donnerstag, 22:46.
Constanze

Mittwoch, 30. Mai 2007

Stone Mountain

Schon wieder ist ein Wochenende rum. Ich hab mich heute mal vor dem Sport (BodyFlow) gedrückt, weil ich ganz dringend einen Abend zuhause gebraucht hab. Jetzt brutzelt die Gemüselasagne im Ofen und ich liege auf der Couch - endlich mal nicht auf Achse.

Über das lange Pfingstwochenende (hier nicht Pfingsten, sondern Memorial Day, aber frei ist frei) waren wir Praktikanten in Atlanta. Wir haben uns wieder ein Auto gemietet, denn mit unseren Company Cars sind wir für so lange Strecken nicht versichert. Nachdem uns der Typ bei der Autovermietung erst JE DREI Telefonnummern pro Fahrer abgefragt hatte (ähh, naja, ich hätte dann noch die deutsche Handynummer und die Nummer bei meinen Eltern,..), hat er uns mehrfach gefragt, ob wir unseren Intermediate Wagen nicht upgraden möchten. Und als ich das Auto dann gesehen habe, war mir auch klar wieso: Wir haben nämlich statt unserem Mittelklassewagen wieder einen Minivan bekommen. Genau so einen wie für das Huntsville-Wochenende: 7 Sitze und Platz für 10 Leute - Partybus oder Familienkutsche - ganz nach Bedarf!

Also Wasser, Cookies und Kissen einladen und ab ging's nach Atlanta. Vor drei Wochen war ich ja schon zu Philipps Commencement da (eine gute Stunde Flug), diesmal waren es fünf Autostunden.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel sind wir gleich weiter nach Stone Mountain gefahren. Das ist eine der Attraktionen von Atlanta, ein Berg, eine halbe Stunde Fahrzeit östlich von Atlanta. Ich hatte die Amerikaner ja schon unter Verdacht, dass sie da einfach einen Müllberg aufgeschüttet haben und daraus eine Sehenswürdigkeit machen, aber nein, der Granitfelsen ist tatsächlich Natur - Plattentektonik und so... In den Granit ist ein Relief gehauen, das an die Konföderierten im Bürgerkrieg erinnert.

Also ein Felsen mitten im platten Land, 8 Dollar Eintritt für das Auto, damit man auf das Gelände, also die Straße, die um den Berg herum führt, darf. Ab dann ist aber auch alles organisiert. Parkplätze, die Wahl zwischen einem Pfad zum selber Hochsteigen oder der Seilbahn, ein Shuttlebus von den Parkplätzen zur Seilbahn, ein Freizeitpark, Hotels und Restaurants.
Wir entscheiden uns für den Aufstieg zu Fuß, schließlich haben wir alles für ein Picknick eingekauft und ein 500m hoher Berg ist für uns Europäer ja noch keine Seilbahn wert. Nach 30 min sind wir oben. Als erstes werden wir von einer Amerikanerin gefragt, ob wir der Cooler (auf dem Bild hinter Dirk und Kathrin versteckt) wirklich den ganzen Weg hinauf getragen haben. *g*
Ich fand's toll, nach der langen Autofahrt und dem Büroalltag zumindest mal wieder eine halbe Stunde lang zu "wandern".
Von oben hat man schon einen tollen Blick über die Gegend, leider war das Wetter ziemlich diesig. Wir haben dann unser Picknick ausgepackt und den Sonnenuntergang genossen. Für das Picknick haben wir uns lieber in ein Gebüsch verkrochen, denn Alkohol ist auf Stone Mountain nicht erlaubt (die State Laws von Georgia kannten wir auch nicht) und neben Chicken Wings und kalten Shrimps hatten wir auch Bier im Cooler. Leider hatten wir es eilig wieder runter zu steigen, denn um 21:30 ging unten die Lasershow los, die allabendlich auf das Relief projiziert wird. Auf dem oberen Bild, sieht man schon die Menschenmenge, die unten vor dem Relief auf die Show wartet. Erinnert an's Klassik Open Air in Nürnberg...

Also sowas kitschiges und patiotisches wie diese Lasershow hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Musik und dazu wurden Bilder an den Stein geworfen (so ähnlich wie Neonschrift). Aber nach Philipps Vorwarnungen hatte ich genau damit gerechnet und so war auch das eine tolle "amerikanische" Erfahrung. Besonders beeindruckend fand ich wie raffiniert die Szenen über die Armee eingeführt wurden. Erst Szenen über Sport und dann der Wechsel von den gut gebauten Sportlern zu den gut gebauten Soldaten, die das Vaterland verteidigen (gegen wen eigentlich?) und dafür große Opfer bringen. Die Szenen gaben entsprechend viel Beifall.

Nach einer guten halben Stunde gab es noch ein großes Feuerwerk und dann machte sich die Menschenmenge wieder auf Richtung Autos. Auch wir fahren ins Hostel - morgen stehen CNN und Coca Cola auf dem Programm.

Und "morgen" ist mein Stichwort. Ich geh ins Bett und wünsche euch eine gute Nacht - auch wenn ihr gleich schon wieder aufsteht.

Ach ja, mehr Fotos sind hier.

Freitag, 25. Mai 2007

langes Wochenende!

Jaja, ihr in Deutschland seid schon lange in Wochenendlaune, aber auch hier geht der Arbeitstag jetzt zuende. Das lange Wochenende kann kommen. Da die Amerikaner ihre Feiertag immer geschickt auf die Montage legen, ist hier am Montag frei - Memorial Day.
Morgen geht's los nach Atlanta: CNN, Coca Cola, Martin Luther King und Stone Mountain stehen schon mal auf dem Programm...

Ich wuensche euch alles ein sonniges Pfingstwochenende!

Donnerstag, 24. Mai 2007

New Orleans Ausflug letztes Wochenende

So, endlich bin ich mal dazu gekommen, ein paar Saetze ueber New Orleans zu schreiben. Die Internetverbindung im Apartment ist echt eine Krankheit. Aber das Schreiben hat Spass gemacht, ich hab das tolle Wochenende beinahe nochmal erlebt.

Wow! New Orleans war einfach toll!
Es war ein rundum schoenes Wochenende, das Wetter herrlich (28C, Sonne pur, nicht schwuel!) und tolle Stimmung in der Stadt. Ich find's klasse, wie schoen die Stadt einerseits ist (Balkons im French Quarter, Garden District,...) und wieviel Trubel da einfach herrscht. Ich bin echt begeistert und wuerde sofort wieder hinfahren.

Am Freitag abend war feiern im French Quarter angesagt. Bei Pat O'Brien's gab's Alligator Bites (kleine fritierte Alligator-Fleisch-Stuecke), Gumbo (wuerziger Eintopf mit Gemuese und Shrimps mit Reishaube) und Crawfish Etouffee (A Caujun classic of fresh Louisiana crawfish tails smothered in a rich Eouffee sauce over a bed of rice - google und Leo helfen bestimmt beim Uebersetzen *g*) und dann die legendaeren Hurricane Cocktails - lecker!

Das French Quarter, das noch aus der französischen und spanischen Zeit stammt, vom Hurrikan Katrina und der Flutwelle nur wenig zerstoert und vorallem danach schnell wieder aufgebaut wurde, ist das touristische Zentrum. Auf der Bourbon Street wurde immer gefeiert, egal wann wir da waren. Es gibt auch viele Bars mit Live Jazz!
Die anderen touristischen Highlights haben wir natuerlich auch alle mitgenommen, von diesen Beignets (Fettgebaeck mit Unmengen Puderzucker) im Cafe du Monde direkt am Mississippi, ueber's Strassenbahn fahren und die alten Villen im Garden District.

Und das Essen hat super geschmeckt. Louisiana und New Orleans ist fuer die creolische und cajun Kueche bekannt: pikant und viele Meeresfruechte! Po’ boys, eine Art Baguette aus dem amerikanischen weichen Brot mit allen denkbaren Belaegen (meines mit Soft Shell Crab). Jambalaya, eine lecker pikante Reispfanne mit Krabben und Wurst, die mich ein bissl an so ein Quer-durch-den-Kuehlschrank-und-die-Reste-von-gestern-Gericht (a la spanische Paella) erinnert hat. Ich hab alles mal ausprobiert und mich durch die Speisekarten gefuttert. Am Sonntag hatte ich auf meinem Seafood-Teller sogar fritierte Austern, hmmm, die waren echt gut. (Fotos davon und auch viele mehr, gibt's hier.)
Fritiert gibt es hier eigentlich alles ("man kann alles essen, was man auch fritieren kann"). Bevorzugt man (ich) sein Essen eher gegrillt oder gekocht, sucht man schon laenger und zahlt vorallem meistens auch mehr.

Der Mensch im Hostel hatte uns gesagt, wo wir hinfahren muessen, wenn wir mal die Gegenden sehen wollen, die von Katrina so richtig zerstoert worden sind, und das haben wir am Sonntag auch gemacht. Ich muss aber sagen, dass die Gegend, in der unser Hostel war, wesentlich schlimmer aussah, als die netten Haeuschen mit Vorgaerten in den "zerstoerten" Vierteln. Wahrscheinlich haben wir auch gerade die reicheren Viertel erwischt, in denen die Leute genug Geld haben, sodass sich knapp zwei Jahre nach Katrina schon wieder Alltag eingestellt hat. Wird ja eigentlich auch Zeit!

Am Sonntag haben wir noch einen Abstecher mit der Pendlerfaehre auf die andere Seite des Mississippi gemacht. Dort gibt's einerseits den Jazz Walk of Fame (lohnt nicht so, da stehen nur Schilder) und das Viertel Old Algiers. Vor dieser Seite hat man einen schoenen Blick auf die Skyline von New Orleans. Der Mississippi ist ganz braun, ziemlich schlammig und wahrscheinlich dadurch ziemlich fruchtbar, aber er wurde begradigt und mit Waellen eingegrenzt gegen die jaehrlichen Ueberschwaemmungen - schade, denn so geht das Sumpfland immer weiter zurueck und damit der Landstreifen, auf dem sich frueher die Hurrikans ausgetobt haben. Dazu haben wir in Huntsville schon einen schoenen Film im IMAX-Kuppel-Kino gesehen: Hurricane on the Bayou.

Eine Erinnerung hab ich noch aus dem French Quarter, die bei mir mal wieder unter "Amerikanisch!" abgespeichert wird: In der Royal Street steht eine Kirche. Vor der Kirche steht eine Jesus-Statue, die Haende zum Segen geoeffnet - soweit ja alles gut. Nachts aber wird diese Statue von unten angestrahlt, dass der Schatten der Statue riesengross auf die weisse Kirchenwand projiziert wird.

Fazit: Ein tolles Wochenende und eine Stadt, die einen weiteren Ausflug wert ist!

Nochmal ein Link zu den Bilder.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Hurrikan Planung

Hurricanes, das grosse Thema hier!
Ein Kollege hat uns gerade Bilder gezeigt, wie sein Haus und Garten nach Ivan (2004) und Katrina (2005) ausgesehen haben. Wow, da steckt schon wirklich eine unglaubliche Kraft dahinter. Dann hat er uns eine Grafik gezeigt, welche Teile Mobiles bei welcher Hurrikan-Kategorie flutgefaehrdet sind. Unser Apartment scheint trocken zu bleiben, die Wasserlinie fuer Kategorie 5 (ganz ganz schlimm, Katrina zum Beispiel) endet kurz vor der Interstate und wir liegen 300 m dahinter.
Aber wir muessen uns echt mal ueberlegen, was wir machen, wenn hier die erste Sturmwarnung ankommt, denn die Entscheidung wegzufahren, muessen wir wohl treffen, wenn hier noch eitel Sonnenschein herrscht, sonst sind die Autobahnen wohl nur noch in Schrittgeschwindigkeit befahrbar und die Hotels bis Arkansas belegt.
Aber hierbleiben ist halt gefaehrlich und bedarf einiger Vorbereitung: Essen in Konserven und einen Dosenoeffner, der sich ohne Strom betreiben laesst (haben wir nicht), eine Gallone Wasser pro Person fuer mindestens eine Woche, batteriebetriebes Radio und Taschenlampen,...
Also wahrscheinlich sind wir doch die ersten auf der Autobahn...

Aber insgeheim bin ich doch auch neugierig darauf, mal so einen Hurrikan selber zu erleben...
Die Saison beginnt offiziell uebrigens am naechsten Freitag (1. Juni).

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Erst hatte ich nicht wirklich viel zu tun und auf einmal kommen gleich vier Leute und haeufen Arbeit auf meinem Schreibtisch auf.
Ist aber in Ordnung, weil ich dann schoen viel Abwechslung hab. Ein Job zum stupiden Abarbeiten, einer zum mit Visio spielen, einer zum Denken und Basteln und eine Studie, bei der mir eigentlich alle Freiheiten gelassen sind. Die macht echt Spass, auch wenn ich irgendwie kein Packende finde, von dem aus ich die Aufgabe sinnvoll angehen kann. Kaum hab ich mir ein Konzept gemacht, entdecke ich wieder eine neuen Teil, den ich noch nicht bedacht habe...

... nur zum Blog schreiben bleibt nicht viel Zeit.